Was sagen Ärzte zum EMS Training?

EMS gilt vielen als Fitnesstrend. Tatsächlich kommt die Methode aus der Medizin und wird dort seit Jahrzehnten eingesetzt. Was Ärztinnen und Ärzte am Training unter Strom schätzen, wovor sie warnen und für wen es nicht infrage kommt.

Aus der Reha in den Trainingsalltag

Bevor EMS in Fitnessstudios ankam, war es längst Teil der Therapie. Orthopädinnen und Physiotherapeuten nutzen elektrische Stimulation seit Langem, um Muskelabbau nach Operationen zu bremsen und Muskulatur gezielt wieder aufzubauen.

Der Vorteil aus medizinischer Sicht: Der Impuls erreicht den Nerv, der den Muskel steuert. Du musst also keine schweren Gewichte bewegen, um einen Reiz zu setzen. Das macht das Training gelenkschonend, was besonders dann zählt, wenn klassisches Krafttraining nicht möglich ist.

Rückenbeschwerden: hier ist die Resonanz am deutlichsten

Klassisches Rückentraining erreicht vor allem die oberflächliche Muskulatur. Die tief liegenden Stabilisatoren entlang der Wirbelsäule, fachlich die Musculi multifidi, lassen sich willentlich kaum ansteuern. Genau dort setzt EMS an, weil der Impuls großflächig auch diese Schichten erreicht.

Untersuchungen der Universität Erlangen-Nürnberg zeigen, dass ein Großteil der Teilnehmenden mit Rückenbeschwerden von Ganzkörper-EMS profitiert hat. Das ist der Grund, warum manche Orthopäden EMS als Ergänzung zur Therapie befürworten. Eine Behandlung ersetzt es nicht: Bei anhaltenden Schmerzen gehört die Ursache zuerst abgeklärt.

Wovor Mediziner warnen

Die kritischen Stimmen drehen sich um zwei Punkte.

  • Der CK-Wert: Nach intensivem EMS steigt die Kreatinkinase im Blut stärker an als nach herkömmlichem Sport. Ärzte betonen deshalb ausreichende Erholung und genügend Trinken.
  • Überlastung: Weil der Impuls die Belastung erhöht, spürst Du die Grenze manchmal erst mit Verzögerung, oft erst am nächsten Tag.

Die Empfehlung fällt entsprechend einheitlich aus: EMS gehört nicht in den Alleingang und nicht in eine große Gruppe. Betreuung durch qualifiziertes Personal ist der entscheidende Punkt. Wie wir das handhaben, steht im Beitrag Sicherheit beim EMS Training.

Für wen EMS nicht infrage kommt

  • Herzschrittmacher
  • akute Thrombosen
  • Epilepsie
  • Schwangerschaft

Bei anderen Vorerkrankungen ist Training oft möglich, sollte aber vorher ärztlich abgeklärt werden. Ein verantwortungsvolles Studio geht vor dem ersten Training einen ausführlichen Gesundheitsbogen mit Dir durch.

Muskelabbau im Alter

Ein Thema, das in der Forschung zunehmend Beachtung findet, ist der altersbedingte Muskelabbau, die Sarkopenie. Weil beim EMS kaum Zusatzgewicht bewegt wird, die Belastung für die Muskulatur aber hoch ist, gilt es hier als gut geeignet. Mehr dazu im Beitrag EMS Training ab 50.

Das Urteil hängt an der Betreuung

Die ärztliche Einschätzung fällt positiv aus, solange die Rahmenbedingungen stimmen: kleine Betreuungsschlüssel, ausgebildete Trainer, vernünftige Steigerung und genug Erholung. Ohne diese Bedingungen kippt das Bild schnell, und genau darauf zielen die kritischen Stimmen.

Und was ist mit EMS-Geräten für zu Hause?

Viele, die zu EMS recherchieren, suchen kein Studio, sondern ein Gerät für daheim. Dazu zwei Punkte: Der Markt ist unübersichtlich, zwischen medizinischen Reizstromgeräten für einzelne Muskeln und echten Ganzkörpersystemen liegen Welten. Und beim Ganzkörper-EMS raten Hersteller wie Sportwissenschaftler zur Begleitung durch ausgebildete Trainer, gerade am Anfang.

Wir verkaufen das Easy Motion Skin System für 3.000 Euro inklusive Schulung und lassen jeden vorher kostenlos bei uns damit trainieren. Was dazugehört und für wen sich das lohnt, steht auf der Seite EMS zu Hause und im Beitrag EMS Training zu Hause.

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