Elektromyostimulation, kurz EMS, klingt technischer, als sie ist. Im Kern nutzt sie einen Vorgang, der in Deinem Körper ohnehin ständig abläuft.
Wie der Impuls wirkt
Normalerweise schickt Dein Gehirn einen Nervenimpuls an den Muskel, der Muskel zieht sich zusammen. Beim EMS kommt dieser Impuls nicht von innen, sondern von außen: Elektroden auf der Haut geben nieder- bis mittelfrequente Impulse ab, die den Nerv erreichen, der den Muskel steuert.
Der Effekt: Es arbeiten mehr Fasern gleichzeitig, als Du willentlich ansteuern könntest, und das in allen großen Muskelgruppen zugleich. Deshalb reicht eine kurze Einheit, und deshalb braucht die Muskulatur danach mehrere Tage Erholung. Mehr als 40 Minuten Trainingszeit pro Woche sind beim Krafttraining nicht sinnvoll.
Woher die Methode kommt
Im Leistungssport wurde EMS bereits in den 1960er Jahren eingesetzt. 1971 wiesen russische Wissenschaftler nach, dass elektrische Stimulation menschlicher Muskulatur zu einem Kraftzuwachs führt. Belastbare Studien folgten gegen Ende der 1970er Jahre.
Etwa zeitgleich fand die Methode ihren Weg in die Physiotherapie, wo sie bis heute genutzt wird, etwa um Muskelabbau nach Operationen zu bremsen. Für das normale Fitnesstraining gibt es EMS in dieser Form seit 2007.
Was das für Dein Training bedeutet
- Der Reiz entsteht über den Impuls, nicht über schwere Gewichte
- Auch tief liegende Muskulatur wird erreicht, die sonst schwer ansteuerbar ist
- Die Intensität lässt sich fein dosieren, nach oben und nach unten
- Die Belastung ist hoch, deshalb zählt die Erholung genauso wie das Training
Wie sich das im Training anfühlt und was daraus wird, steht unter Was bringt EMS-Training wirklich? und EMS Training Erfahrungen.
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